Das bittere Danach

Im bitteren „Danach“ mussten wir schmerzlich begreifen,
dass die Interessen anderer über den Rechten von Jessica stehen …

WARUM???

30.10.2012:
Aussage des Operateurs: „Die Bauchaorta meiner Tochter ist aufgrund einer angeborenen systemischen Bindegewebserkrankung von allein gerissen.“

02.11.2012:
rechtsmed. Sektion durch Prof. P. (UKE Hamburg-Eppendorf)

05.11.2012:
Staatsanwaltschaft Verden – Einstellung des Todesursachenermittlungsverfahrens und Freigabe des Leichnams aufgrund telefonischer Aussage des Rechtsmediziners
Prof. P., dass ärztliches Fehlverhalten nicht vorliegt

09.11.2012:
rechtsmed. Gutachten:
Das 1. Rechtsmed. Gutachten vom 09.11.2012 war ausschließlich darauf aufgebaut, dass bei meiner Tochter eine Gefäßerkrankung im Sinne einer anlagebedingten systemischen Bindegewebserkrankung sowie hypoplastische Gefäße vorlagen, die Aorta aufgrund dessen von allein gerissen sei und es sich deshalb um ein schicksalhaftes Ereignis handelte. Diese gutachterliche Einschätzung wurde ohne die Auswertung des histologischen/humangenetischen Gutachens – zum Ausschluss/zur Verifizierung einer solchen Gefäßerkrankung – gefällt.

15.11.2012:
Strafanzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Operateur Dr. F.

16.11.2012:
Fax des Kriminalkommissars an den Bestatter, dass keine weitere Sektion erfolgen wird und der Leichnam umgehend einzuäschern ist

20.11.2012:
schriftlicher Antrag auf eine 2. rechtsmed. Sektion (Institut für Rechtsmedizin Jena)

21.11.2012:
zuständigen Amtsärztin lehnte Verlängerung der Liegefrist ab
Erhalt der Todesbescheinigung
bescheinigte Todesursache: „Intraoperative Gefäßverletzung der Aorta“

22.11.2012:
Direktorin des Institutes für Rechtsmedizin Jena lehnte 2. rechtsmed. Sektion ab

29.12.2012:
Staatsanwaltschaft Verden – Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den Operateur Dr. F. ohne jemals ermittelt zu haben

02.01.2013:
persönliche Vorsprache in der Kriminalpolizeiinspektion Gotha bzgl. der Frage, warum ich nicht als Zeuge gehört wurde – hier erfuhr ich, dass der Kriminalkommissar einen Aktenvermerk über meine Aussage erstellt hatte ohne dass ich diesen gegengelesen /unterzeichnet hatte – wurde dieser als meine Aussage gewertet und Bestandteil der Ermittlungsakte – doch die dort formulierten Aussagen habe ich nicht getätigt

11.01.2013:
Beschwerde gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens (Operateur Dr. F.) bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle

01.02.2013:
Einsicht in die Strafakte (einschl. Sektionsprotokoll/rechtsmed. Gutachten)
aus den Unterlagen erfuhr ich, dass meiner Tochter während der Obduktion Organe/Gewebe entnommen wurden (ohne meine Kenntnis/ ohne meine Zustimmung)

05.03.2013:
persönliches Gespräch mit dem Thüringer Justizminister Herrn Poppenhäger bzgl. der Strafvereitelung im Am des Thüringer Polizeibeamten

12.04.2013:
mein Anwalt veranlasste die Sicherung der entnommenen Asservate (über die Generalstaatsanwaltschaft Celle)

26.07.2013:
Begründung der Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft Celle

02.09.2013:
Nachreichung eines Privatgutachtens (Chefarzt einer Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie) an die Generalstaatsanwaltschaft Celle
dieses wirft Fragen zum rechtsmed. Gutachten auf
geht nicht von Gefäßerkrankungen/hypoplastischen Gefäßen aus

30.09.2013:
weiteres Privatgutachten eines Gefäßexperten (gerichtlich zugelassener Gutachter)
„das Gerichtsmedizinische Gutachten beschreibt den Operationssitus unzulänglich“
„ein Gefälligkeitsgutachten kann nicht ausgeschlossen werden“
„wissenschaftlich qualifiziert ist der Operateur ganz sicher nicht“
„Die Einverständniserklärung ist mehr als unzureichend… eingriffsspezifische
Komplikationen werden nicht erwähnt“

Der Privatgutachter schätzt ein, dass die ausbleibende Revaskularisation des Truncus coeliacus
„faktisch schon das Todesurteil darstellte…“

„Jessica Meinschein hat bei verschlossenem Truncus coeliacus auch keine Chance zu überleben.“

20.11.2013:
Generalstaatsanwaltschaft Celle lehnt Beschwerde ab – Einstellung des Ermittlungsverfahrens
gegen Dr. F.

20.11.2013:
Ergebnis des staatlich angeordneten histologischen/humangenetischen Gutachtens:
Gefäßerkrankung (anlagebedingte systemische Bindegewebsschwäche der Aorta) und hypoplastische Gefäße liegen nicht vor

ergänzendes rechtsmed. Gutachten des Herrn Prof. P. vom 30.10.2013:
„Für den fatalen Verlauf war vor allem entscheidend, dass dem Operateur bei der Präparation der Körperhauptschlagader direkt unterhalb des Zwerchfells eine Gefäßverletzung unterlief…“
„Jedenfalls kann der Unterzeichnende nicht abgrenzen, ob im Moment der Gefäßwandverletzung ein Messer des Operateurs im Spiel war… ein anderes, bei der Operation eingesetztes Werkzeug, evtl. auch dass direkt oder indirekt die Assistenz des zweiten Operateurs beteiligt war.“

Prof. P. schätzt selbst ein, die medizinischen Vorgänge (fachspezifische Fragestellungen) nicht ausreichend beurteilen zu können:
„Sehr spezielle Fragen können von hier aus nicht beantwortet werden…“

Dennoch hält es die zuständige Oberstaatsanwältin (GStA Celle) nicht für notwendig, die an der Operation beteiligten Personen als Zeugen zu befragen bzw. ein Gutachten von einem Gefäßexperten einzuholen, der beurteilen könnte, wie es zum Schnitt in Jessicas Aorta gekommen ist.
Statt dessen stellt die zuständige Oberstaatsanwältin das Ermittlungsverfahren gegen den Operateur mit der Begründung, dass sich „dem ergänzenden Gutachten des Herrn Prof. P. vom 30.10.2013 zufolge der Vorwurf der fahrlässigen Tötung weiterhin nicht nachweisbar ist“, ein.

Mit dem vorliegenden histologischen Gutachten – das beweist, dass die Aorta meiner Tochter nicht vorgeschädigt war – ist das gesamte 1. rechtsmedizinische Gutachten des Prof. P. vom 09.11.2012 hinfällig. Denn die gutachterliche Einschätzung – „schicksalhaftes Ereignis“ – beruhte laut Prof. P. darauf, dass eine Gefäßerkrankung im Sinne einer anlagebedingten systemischen Bindegewebserkrankung bei meiner Tochter vorlag, die Aorta somit vorgeschädigt war und deshalb dem Operateur nicht als ärztlicher Fehler vorzuwerfen ist.
Das Ergebnis des histolog. Gutachtens beweist auch, dass die gutachterliche Einschätzung des Prof. P. auf Spekulationen beruhte, denn am 09.11.2012 war das histologische/ humangenetische Gutachen zum Ausschluss/zur Verifizierung einer Gefäßerkrankung noch nicht erstellt.
Nachdem das histolog. Gutachten bestätigt, dass weder Gefäßerkrankungen, noch hypoplastische Gefäße vorliegen, kommt Prof. P. nunmehr in seinem ergänzenden Gutachten vom 30.10.2013 zu dem Ergebnis, dass „für den fatalen Verlauf vor allem entscheidend war, dass dem Operateur eine Gefäß-
verletzung unterlief.

Aufgrund der gutachterlichen Einschätzungen in den vorliegenden Privatgutachten/des histolog. Gutachtens muss ich davon ausgehen, dass Prof. P. im Rahmen des Todesursachenermittlungs-
verfahrens sowie im anschließenden Ermittlungsverfahren gegen Dr. F. die Staatsanwaltschaften vorsätzlich getäuscht hat.
Beide Oberstaatsanwältinnen haben sich ausschließlich auf die Aussagen des Prof. P. verlassen, ohne zu ermitteln (Zeugenbefragungen etc.), ohne selbst die Beweise zu prüfen bzw. ein Gutachten eines Fachspezialisten (Gefäßchirurg o.ä.) einzuholen.
Das Todesursachenermittlungsverfahren und das Ermittlungsverfahren zur Strafanzeige hätten nicht eingestellt werden dürfen, bevor das Ergebnis der feingeweblichen/humangenetischen Untersuchung des Gefäßsystems (zum Ausschluss/ zur Verifizierung einer anlagebedingten systemischen Bindegewebserkrankung) vorlag.

28.11.2013:
ein von der „Welt am Sonntag“ hinzugezogener Gefäßchirurg bestätigt nach Sichtung von CD´s bildgebender Verfahren (Sonographie, CT, MRT, Angiogeraphie usw.), dass keine signifikanten Vorerkrankungen im Bereich/Umgebung der Aorta bestanden haben

30.06.2014:
Bürgeranliegen an die Ministerpräsidentin Thüringens
(Pflichtverletzungen des Thür. Polizeibeamten / Bitte um Aufklärung der Todesumstände meiner Tochter in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen

30.06.2014:
Petition an den Thüringer Landtag

04.07.2014:
Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Kriminalkommissar wegen Strafvereitelung im Amt

10.07.2014:
Bürgeranliegen an den Ministerpräsidenten Niedersachsens
(Pflichtverletzungen der Niedersächsichen Polizeibeamten sowie der beteiligten Oberstaatsanwältinnen/ Bitte um Aufklärung der Todesumstände meiner Tochter in Zusammenarbeit mit dem Land Thüringen)

10.07.2014:
Petition an den Niedersächsischen Landtag

01.08.2014:
Rechtsmediziner Prof. P. teilt mit, dass die „Überreste“ meiner Tochter entsorgt wurden

07.08.2014:
Bereich „Interne Ermittlungen“ der Landespolizeidirektion Erfurt hat Strafanzeige gegen den Kriminalkommissar wegen Strafvereitelung im Amt gestellt

27.08.2014:
an die Niedersächsische Justizministerin Frau Niewisch-Lennartz:
Strafanzeige gegen die beteiligten Oberstaatsanwältinnen (StA Verden und GStA Celle) wegen des Verdachts der Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt

05.09.2014:
an die Staatsanwaltschaft Hamburg:
Strafanzeige gegen den Rechtsmediziner Prof. P.

  • wegen Verletzung der Grundrechte meiner Tochter Jessica Meinschein
    sowie meiner Grundrechte,
  • wegen vorsätzlicher Vernichtung von Beweismaterial („Corpus Delicti“),
    dessen weitere Sicherung beantragt war,
  • wegen Falschaussage,
  • wegen Strafvereitelung im Amt,
  • wegen Erstellung eines Gefälligkeitsgutachtens und damit wegen der
    Verschleierung der Aufklärung einer Straftat im Zusammenhang mit dem
    Tod meiner Tochter Jessica Meinschein

Prof.P. – der in Ausübung eines ihm anvertrauten öffentlichen Amtes handelte –
hat grob fahrlässig ein unrichtiges Gutachten erstellt und billigend die daraus
entstandenen rechtlichen Folgen (Einstellung des Ermittlungsverfahrens) in Kauf
genommen. Hinzu kommt, dass er das Corpus Delicti „entsorgte“.
Nach meiner Rechtsauffassung dürfte er damit nicht nur vorsätzlich gesichertes
Beweismaterial (weitere Sicherung war durch meinen Anwalt veranlasst) vernichtet;
sondern auch massiv die Grundrechte meiner Tochter sowie meine Grundrechte
verletzt und mehrfach gegen geltendes Recht verstoßen haben.
Er hat entnommene Organe/Organ- und Gewebeteile meiner minderjährigen Tochter
– ohne meine Zustimmung / ohne mich darüber zu informieren – „entsorgt“.

17.09.2014:
Staatsanwaltschaft Erfurt:
Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den Kriminalhauptkommissar

26.09.2014:
Beschwerde gegen Einstellung des Ermittlungsverfahrens (Kriminalhauptkommissar)

06.03.2015:
Generalstaatsanwaltschaft Jena:
Beschwerde zurückgewiesen
„Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren … gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt,
da dem Beschuldigten ein strafrechtliches Fehlverhalten nicht mit der für eine Anklageerhebung
erforderlichen hinreichenden Sicherheit nachzuweisen ist. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein
hinreichender Tatverdacht gegeben ist, steht der Staatsanwaltschaft ein Beurteilungsspielraum zu.“

07.07.2015:
Antwort des Thüringer Landtags zu meiner Petition:
„Beschwerde über das Fehlverhalten der Thüringer Ermittlungsbehörden im Ermittlungsverfahren
zum Tode meiner Tochter“
„Das Ermittlungsverfahren gegen Herrn … wegen Strafvereitelung im Amt sei durch Bescheid der
Staatsanwaltschaft Erfurt vom 17.09.2014 mangels hinreichenden Tatverdacht eingestellt worden…
Herr… hätte …auf etwaige unterbliebene Ermittlungshandlungen keinen Einfluss gehabt…da das
Verfahren von der PI Rotenburg/Wümme und der hierfür zuständigen Staatsanwaltschaft Verden
geführt worden sei… Vor dem Hintergrund des geschilderten Sachverhaltes ist für den Petitions-
ausschuss ein strafrechtlich oder dienstrechtlich relevantes Fehlverhalten von Herrn … nicht ersichtlich.“

16.07.2015:
Antwort des Niedersächsischen Landtags zu meiner Petition betr. Überprüfung des polizeilichen und
staatsanwaltlichen Handelns im Todesermittlungsverfahren Jessica Meinschein; Fortführung
staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen

Darstellung der Sach- und Rechtslage durch das Niedersächsische Justizministerium:
„Während der Operation traten erhebliche Komplikationen auf: Die betroffene Bauchschlagader riss
über mehrere Zentimeter ein, so dass es zu einem starken Blutverlust kam… Nach dem Gutachten ist
der Tod durch Verbluten eingetreten… Dabei handelt es sich nach den Angaben des Gutachters um
ein typisches Risiko einer derartigen Operation…Die sachbearbeitende Oberstaatsanwältin stellte
das Ermittlungsverfahren am 27.12.2012 gemäß § 170 Abs. 2 der StPO mangels hinreichenden
Tatverdachts einer Straftat ein.“

Sie begründete die Einstellung damit, dass die medizinische Indikation für eine derart
gefährliche Operation vorgelegen habe, ging auf die mögliche Gefäßverletzung durch
ein medizinisches Instrument jedoch nicht ein.“

„Die Sachbearbeitung durch die Staatsanwaltschaft Verden und die Generalstaatsanwaltschaft Celle
sind nicht zu beanstanden… Ihre Entscheidungen beruhten maßgeblich auf dem rechtsmedizi-
nischen Gutachten sowie dem Ergänzungsgutachten, nach denen die Verletzung der Gefäßwand…
keinen vorwerfbaren ärztlichen Fehler darstellt…“

„Eine Pflichtverletzung durch die Beamten der Polizeiinspektion Rotenburg/Wümme ist ebenfalls
nicht ersichtlich…“

„Für Maßnahmen, insbesondere solchen der Dienstaufsicht, besteht insgesamt kein rechtlich
begründeter Anlass.“

24.07.2015:
Schreiben meines Rechtanwaltes Herrn Jörg Heynemann an den Präsidenten des
Niedersächsischen Landtages

„Wir haben Ihre Stellungnahme zur Kenntnis genommen. Wir haben unserer Mandantin geraten, sich hierzu nicht mehr einzulassen, möchten jedoch darauf hinweisen, dass die Darstellung der Sach- und Rechtslage durch das niedersächsische Justizministerium in großen Teilen fehlerhaft ist.

Zwei Gesichtspunkte möchten wir hierbei ansprechen:
Die Sachverhaltsdarstellung liest sich so, als sei die Verletzung der Aorta schicksalhaft oder von selbst passiert, zusätzlich habe man später (?) auch die Verletzung durch ein Operationsbesteck festgestellt.
Richtig ist, dass die Verletzung aufgrund eines Messers oder sonstigen Operationsgerätes erfolgte. Die Blutung ist damit Folge der Anwendung des Operationsbestecks, die Aorta ist keineswegs von selbst gerissen.
Wie weisen weiter darauf hin, dass ein Gerichtsmediziner nicht in der Lage sein dürfte zu beurteilen, ob eine Verletzung der Aorta bei einer Bauch-OP fehlerhaft ist oder eine nicht fehlerbedingte Komplikation darstellt. Dies wird im zivilrechtlichen Verfahren gemäß dem Grundsatz der Gebietsgleichheit durch einen entsprechenden Facharzt zu beurteilen sein.
Weitere Sachdarstellungen sind ebenfalls unzutreffend oder unvollständig, da Frau Meinschein jedoch in dieser Sache nicht mehr gegenüber dem Landtag etc. tätig werden wird, verzichten wir an dieser Stelle auf weitere Ausführungen.“

28.07.2015:
Antwort des Niedersächsischen Justizministeriums zu den Fehlverhalten der
Niedersächsischen Ermittlungsbehörden
„Nach sehr sorgfältiger Prüfung der staatsanwaltlichen Verfahrensakten, der korrespondierenden
Vorgänge der Generalstaatsanwaltschaft und der vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres
und Sport eingeholten Stellungnahme bezüglich des beanstandeten polizeilichen Verhaltens komme
auch ich zu dem Ergebnis, dass für Maßnahmen, insbesondere solchen der Dienstaufsicht, insgesamt
kein rechtlich begründeter Anlass besteht.“

Die Darstellung der Sach- und Rechtslage durch das Niedersächsische Justizministerium ist in großen Teilen fehlerhaft.
(Siehe Schreiben meines Rechtsanwaltes vom 24.07.2015 an den Niedersächsischen Landtag)

 

01.09.2015 (zugestellt: 05.09.2015):
Ermittlungsverfahren gegen Prof. P. wird eingestellt

Begründung zum Thema „Falschgutachten“:
„Die Strafvereitelung gemäß § 258 StGB setzt vorsätzliches Handeln voraus. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte den von Ihnen angezeigten Dr. Feldmann vor einer strafrechtlichen Verfolgung schützen wollte, gibt es nicht…“

Begründung zum Thema „Vernichtung der Organe meiner Tochter“
„…der einzig in Betracht kommende Tatbestand des Verstrickungsbruchs gemäß § 136 StGB ist nicht erfüllt, da auch dieser vorsätzliches Handeln voraussetzt.“
„Eine solche Weisung (Anmerkung: Schriftstück meines Anwaltes, dass die entnommenen Organe meiner Tochter als Beweismittel zu sichern sind) findet sich in dem von der Staatsanwaltschaft Verden beigezogenen Verfahren … nicht. Insbesondere ist der Schriftsatz Ihres Prozessbevollmächtigten … nicht an den Beschuldigten weitergeleitet wurden.“

02.09.2015 (zugestellt: 15.09.2015):
Staatsanwaltschaft Verden, Erster Staatsanwalt Gaebel
„Wie ich den Akten … entnehmen konnte, sind Sie auf Ihre Landtagseingabe bereits ausführlich beschieden worden. Da ich inhaltlich dem nichts hinzuzufügen habe, verweise ich auf den Inhalt des Bescheides des Präsidenten des Niedersächsischen Landtages vom 16.07.2015… Ich habe deshalb keine weiteren Ermittlungen aufgenommen und das Verfahren … eingestellt.“

Das bedeutet, die Staatsanwaltschaft Verden gibt als Begründung für die Einstellung des Ermittlungs-
verfahrens gegen die Oberstaatsanwältinnen den Inhalt des Schreibens des Präsidenten des
Niedersächsischen Landtages vom 16.07.2015 an.
Interessant ist hierbei nur, dass Inhalt des Schreibens des Präsidenten des Niedersächsischen
Landtages die in großen Teilen fehlerhafte Darstellung des Niedersächsischen Justizministeriums
ist. (Siehe Schreiben meines Rechtsanwaltes vom 24.07.2015 an den Niedersächsischen Landtag)
Fraglich für mich ist hierbei, wie dieses Handeln aller beteiligten Behörden/Organe (Legislative
sowie Exekutive) mit dem Grundsatz der Gewaltenteilung vereinbar ist?
Vielmehr wird hier ersichtlich, wie wenig Gesundheit und Leben im Vergleich zum Geld und zum
Erhalt der Lobby eines Berufsstandes Wert sind, deutsche Staatsanwälte nicht dem Gesetz ver-
pflichtet, sondern an der Leine von Politikern u.a. hängen und strafrechtlich nicht verfolgt wird, weil
Polizei und Staatsanwaltschaften zeitlich und fachlich überfordert sind, politische Vorgaben erfüllen
müssen oder personell und finanziell mangelhaft ausgestattet sind.

14.09.2015:
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung vom 01.09.2015
gerichtet an die Staatsanwaltschaft Hamburg
gleichzeitige Beantragung einer Terminverlängung für die Vorlage der Beschwerdebegründung

28.09.2015:
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung vom 02.09.2015
gerichtet an die Generalstaatsanwaltschaft Celle
gleichzeitige Beantragung einer Terminverlängung für die Vorlage der Beschwerdebegründung
(Grund: Akteneinsicht)

29.10.2015:
Beantragung einer Terminverlängung bis 31.12.2015 für die Vorlage der Beschwerdebegründung
(Grund: Ermittlungsakte lag noch nicht vor)

17.11.2015:
Generalstaatsanwaltschaft Celle
Beschwerde wird – ohne Gewährung der Terminverlängerung – als unbegründet zurückgewiesen

Generalstaatsanwaltschaft Hamburg
Beschwerde wird – ohne Gewährung der Terminverlängerung – als unbegründet zurückgewiesen

Die Generalstaatsanwaltschaften Celle und Hamburg haben die Beschwerde jeweils zurückgewiesen,
ohne die Vorlage meiner Beschwerdebegründung abzuwarten.

Die verfassungsmäßige Ordnung des Grundgesetzes verpflichtete die staatlichen Organe nicht nur zur Aufklärung von Straftaten und zur Feststellung von Schuld oder Unschuld der Beschuldigten in fairen und rechtsstaatlichen Verfahren, sondern auch dazu, sich schützend vor die Opfer von Straftaten zu stellen und deren Belange zu achten.
Warum wurden die Rechte meiner Tochter und meine Rechte mit Füßen getreten?

Auszug aus der Homepage der Staatsanwaltschaften Niedersachsens
www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de

Ablauf eines Ermittlungsverfahrens

Durchführung der Ermittlungen

Ermittlungen sind alle Erhebungen von Beweisen. Dazu gehören insbesondere Zeugenver-
nehmungen, insbesondere des Opfers der Straftat und die Sicherung aller Spuren am Tatort und der sonstigen Beweismittel. Derartige Ermittlungshandlungen nimmt in wichtigen Fällen der ermittelnde Staatsanwalt selbst vor oder er beauftragt eine der übrigen Strafverfolgungs-
behörden, insbesondere die Polizei, damit.

Ein wichtiger Teil der Ermittlungen ist die Vernehmung des Beschuldigten . Dieser hat einen gesetzlichen Anspruch (Rechtliche Gehör) darauf, dass ihm vor Abschluss der Ermittlungen
Gelegenheit gegeben wird, von dem Tatvorwurf, den bestehenden Verdachtsmomenten und den Beweismitteln zu erfahren, zu ihnen Stellung zu nehmen und ggf. zu seiner Entlastung einzelne Beweiserhebungen zu beantragen.

Abschluss des Ermittlungsverfahrens

Sind alle erforderlichen Beweise erhoben worden und hat der Beschuldigte Gelegenheit erhalten, sich zu der Beschuldigung zu äußern, entscheidet der Staatsanwalt, in welcher Weise das Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden soll.

Im Rahmen der vorgenannten Ermittlungsverfahren sind bis heute keine Zeugenvernehmungen durchgeführt worden (die an der Operation beteiligten Personen wurden nicht befragt).

Ich selbst war während des gesamten Krankenhausaufenthaltes meiner Tochter zugegen, mir wurde jedoch bis heute jegliche Zeugenaussage verwehrt.

Beweismittel sind verschwunden, die Organe/Organteile meiner Tochter – die durch die Staatsanwaltschaft als Beweismittel sichergestellt waren – sind vernichtet, das Vernehmungsprotokoll
des Chefarztes ist in der Ermittlungsakte nicht mehr zu finden …

02.12.2015:
Einreichung der zivilrechtlichen Klage beim Landgericht Verden

Januar 2016:
Gutachten der Barmer GEK

Das Gutachten der Barmer bestätigt mehrere Behandlungsfehler:
“Diese Indikation ist als fehlerhaft anzusehen… Diese war nicht sach- und auch nicht zeitgerecht… der operative Eingriff bei Jessica Meinschein … wurde zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt vorgenommen, nämlich zum Zeitpunkt der maximalen Ausprägung von Vernarbungen und Verwachsungen… Nahezu erwartungsgemäß kam es intraoperativ zu massiven… Komplikationen… Dies war vorhersehbar.”

19.02.2018:
Antrag auf gerichtliche Entscheidung nach § 172 II 1 StPO mit dem Ziel, die Erhebung der öff. Klage gegen Dr. F. wegen

Körperverletzung mit Todesfolge gem. § 227 StGB, hilfsweise wegen fahrlässiger Tötung gem. § 222 StGB zum Nachteil der Patientin Jessica Meinschein

Anlage:
65 Seiten, auf denen das Staatsversagen im Ermittlungsverfahren Jessica Meinschein detailliert dargestellt wird

25.04.2018:
Beschluss des OLG Celle:
„Der Antrag auf gerichtliche Entscheidung wird als unzulässig verworfen.

25.05.2018:
Gehörsrüge gemäß § 33a StPO wegen der Verletzung des Rechts auf rechtliches Gehör gem. Art. 103 I GG
mit dem Ziel den Beschluss des 2. Strafsenats des OLG Celle vom 25.04.2018 aufzuheben und das Verfahrens in den früheren Stand zurückzuversetzen bzw. das Verfahren fortzusetzen.

 

Spürbares Bemühen, Licht in den Nebel zu bringen, habe ich vielfältig vermisst!!!
Ich habe sehr schnell den subjektiven Eindruck verfestigt; es wird gnadenlos auf Zeit sowie auf Einstellung des Ermittlungsverfahrens gespielt.
Befremdlich auch meine Erkenntnis, je länger die Ermittlungsdauer (erfolgreich) in die Länge gezogen wird, um so sicherer werden die vermutlichen Täter geschützt!!!

Ein Rechtssystem aber ist entartet, wenn es möglich ist, selbst krasses Unrecht in Recht umzumünzen.

Mit dem Desinteresse an schonungsloser Aufklärung hat man mich mit meinem Klagen in die Öffentlichkeit getrieben.
Den politisch weisungsgebundenen Ermittlungsbehörden habe ich mit wachsendem Befremden auf die Sprünge helfen müssen, so mit mehreren eingereichten Gutachten, mit unzähligen Schreiben, Bürgeranliegen, Petitionen,Dienstaufsichtsbeschwerden bis hin zu Strafanzeigen.

Ich – die verwaiste Mutter – bin lebenslang damit bestraft, mein Kind im mit Sicherheit oft segensreichen deutschen Medizinbetrieb vertrauensvoll in die falschen Hände gegeben zu haben.

Ich denke, dass solche Fälle – wie der von mir geschilderte – dringend der Aufarbeitung erfordern und auch der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfen, damit andere Menschen nicht dieselbe schreckliche Erfahrung machen müssen bzw. Missstände im Gesundheitswesen und Staatsapparat aufgedeckt werden.